Tipps

Die Bauarbeiten am Zschopauwehr in Plaue gehen zügig voran. Durch den Bau einer großzügigen Fischtreppe, mit Aalabstieg!, wird dieses sogenannte Flusskraftwerk (ohne Ausleitungsstrecke) sicherlich nicht die bekannten negativen Auswirkungen anderer WKA haben. Im Gegenteil, allen aufstiegswilligen Fischen wird nun der Weg flussauf nicht mehr versperrt bleiben. Mit Besorgnis erwarten wir hingegen die bereits begonnenen Baumaßnahmen an Flöha und Zschopau im Stadtgebiet zum Hochwasserschutz, mit dem angestrebtem Schutzziel "HQ 100". Dazu werden 36 Hochwasserschutzmaßnahmen auf nur 8,25 km Flusslauf umgesetzt! 13 Millionen Euro sollen "verbaut" werden. Keine Frage,Hochwasserschutz hat vor allem Innerorts oberste Priorität. Sollten sich jedoch die Bagger wieder, wie schon so oft, mehr im Wasser unserer Flüsse als am Ufer bewegen, werden die ohnehin schon stark in Mitleidenschaft gezogenen Fischbestände weiter leiden. Aale, Barben und Äschen wurden bereits letztes Jahr kaum noch gefangen. Ein Karpfenansitz am Plauner Wehrteich wird wohl auch dieses Jahr noch nicht wieder möglich sein. Also insgesamt keine besonders guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fischwaid an Flöha und Zschopau innerhalb der Ortsgrenzen!

Fischtreppe
Wehranlage
Nach wie vor gleicht die Wehranlage an der Zschopau in Flöha-Plaue einer Baustelle. Nachdem die neue WKA nahezu fertiggestellt ist, wird nun das historische Wehr saniert und im Anschluss eine neue Ufermauer oberhalb errichtet.
Blick auf die großzügig bemessene Fischtreppe, welche hoffentlich entgegen den vielen "Alibiebauten" an anderen WKA gut funtionieren müsste!           

Nachdem im Mai 2009 die neu errichtete Wasserkraftanlage in Flöha - Plaue an der Zschopau ans Netz ging, ist auch der Wehrteich wieder in vollem Umfang zu beangeln. Ein Erstbesatz mit K2, K3 und Schleien erfolgte bereits im Mai und wurde im Oktober 2009 durch K 3 und Schleien aus unserer Aufzucht ergänzt.
Leider ließen bereits Ende Oktober beobachtete Kormorane an Flöha und Zschopau für den bevorstehenden Winter nichts Gutes erahnen. Als dieser dann zu Jahresbeginn alle „Register" zog und alle stehenden Gewässer mehr oder weniger schnell zufroren, begann ein dramatischer Zuzug von Kormoranen. Unsere Flüsse, so auch Flöha und Zschopau, wurden zum wiederholten mal zum Jagdrevier der schwarzen Vögel. Durch die vielen sogenannten Hochwasserschutzmaßnahmen in der Ortslage wurden zahlreiche „Schwellen" bzw. Anlandungen abgebaggert, in dessen Folge die Fließ­geschwindigkeit stieg und die Wassertiefe aber zugleich abnahm. Diese Flusstrecken, welche sonst zufroren, waren nun trotz der strengen Minusgrade eisfrei, so dass die Vögel bei glasklarem Wasser an unseren Flüssen leichtes Spiel hatten! Bereits Ende Januar war der „Spuk" größtenteils vorbei. Flöha und Zschopau waren schlichtweg leergefressen! Doch dessen nicht genug: hatten die Kormorane wenigstens zu Anfang noch etwas Scheu im direkten Stadtgebiet zu jagen, waren hier ca. 30-40 Gänsesäger eifrig am Fischen! Diese schmucken Vögel, welche ebenfalls bereits seit Anfang Januar hier ihr Winterquartier aufgeschlagen hatten, halten sich mehr an kleinere Fische, die Kormorane hingegen bevorzugen handfestere Beute. Selbst nicht mehr zu verschlingende Fische wurden aufs Randeis gezerrt! Wie z.B. eine Barbe von 60 cm Länge!! Gerade hatte sich der Äschenbestand der Zschopau etwas erholt. Was wird wohl an Fischen nach diesem intensiven Fraßdruck durch diese Vögel noch übrig sein?   

Halten wir Maß!
Auch maßige Fische können zur Bestandsregenerierung zurückgesetzt werden!!
Aber wer weiß, vielleicht ist ja auch gar keine Äsche, Bachforelle oder Barbe mehr an den Haken zu bekommen. Unter Umständen müssen wir mit dem Fang von Döbeln noch zufrieden sein.

Wehr
Foto: Das Plauner Zschopauwehr im Januar 2010

Endlich ist das vordem für Fische unüberwindbare Hindernis dank großzügiger Fischtreppe und innovativem Aalabstieg passierbar geworden. Am rechten Bildrand ist die Turbinenkammer zu erkennen. Eine Ausleitungsstrecke bei diesem so genannten Flusskraftwerk gibt es nicht. Die Zschopau hat schon nach knapp 50 m ihr Wasser zurück. Weiterer positiver Nebeneffekt: das Eis auf dem Wehrteich schützt die dort lebenden Fische zumindest zeitweise vor Kormoran und Gänsesäger.